Was kann man tun, wenn das Knie schmerzt?
Wenn sie einmal da sind, bemerkt man sie bei jedem Schritt. Knieschmerzen sind eine alltägliche Belastung, weit verbreitet und können viele verschiedene Ursachen haben.
Man unterscheidet in mehrere Schmerztypen. Anlaufschmerz, Belastungsschmerz und Ruheschmerz. Anlaufschmerzen treten typischerweise am Anfang einer Belastung auf, Belastungsschmerz währenddessen und danach, und Ruheschmerz, wenn das Gelenk nicht belastet wird. Weitere Symptome können, Rötungen, Schwellungen, Knirschen, Verspannungen oder Bewegungseinschränkungen sein.
Was aber kann die Ursache für Knieschmerzen sein?
Um die Ursachen zu beleuchten, müssen wir uns zunächst einmal ansehen, wie das Knie aufgebaut ist.
Quelle Bild: https://www.arthrowl.de/?page_id=263
Das Kniegelenk ist das größte Gelenk im Körper. Es ist ein Dreh und - Scharniergelenk und besteht aus Oberschenkelknochen, Kniescheibe und Wadenbein/Schienbein. Es wird verbunden mit der Quadrizepssehne, der Patellarsehne, den Kreuzbändern (liegen im inneren des Gelenks) und den Innen- und Außenbändern. Zwischen den Knochen liegen außerdem Knorpel und Menisken.
Was sind die typischen Verletzungen oder Erkrankungen am Knie?
Meniskusriss
Bei einem Meniskusriss schmerzt die betroffene Stelle (z.B. innen/außen oder vorne/hinten) und es kann eine Schwellung bei Belastung auftreten. Der Schmerz kann bei Bewegung „wandern“ (z.B. fühlt es sich so an, als ob der Schmerz sich nach hinten verschiebt, wenn man in die Hocke geht). Gerade Scherbewegungen können unangenehm sein. Oft entstehen Meniskusschäden bei Sportlern durch plötzliche Stop – und Drehbewegungen.
Bänderriss
Durch die fehlende Unterstützung des betroffenen Bandes, fühlt sich das Knie instabil an. Schmerzen treten ebenfalls an der betroffenen Stelle auf. Typisch: Innen- oder Außenbandriss oder auch Riss des vorderen oder hinteren Kreuzbandes.
Auch Kombinationsverletzungen aus Bändern & Menisken sind möglich.
Beispiel: Unhappy Triad (vorderes Kreuzband, Innenband & Innenmeniskus)
Bei diesen oben genannten Verletzungen handelt es sich meist um traumatische Ereignisse, wodurch die Verletzungen entstanden sind. Diese können nur teilweise präventiv durch gezieltes Krafttraining oder sportartspezifisches Training verhindert werden. Rehabilitativ ist ein Krafttraining unumgänglich, um einen gleich- oder höherwertigen Ausgangszustand wiederherzustellen.
Knorpelverschleiß
Bei einem Knorpelverschleiß (Arthrose) verstärken sich die Schmerzen typischerweise nach Ruhe oder am Anfang einer Bewegung. Mit zunehmender Bewegung wird der Schmerz besser, da Gelenkschmiere produziert wird und der Knorpel versorgt wird. Daher ist gerade bei Arthrose Bewegung essentiell um das Kniegelenk belastbarer zu machen. Natürlich muss dies an die Sitation angepasst werden und das Verhältnis zwischen Ruhe und Belastung muss optimal abgestimmt werden.
Rheuma
Rheuma ist eine Autoimmunerkrankung bei der körpereigene Zellen Knorpel und Knochen angreifen. Diese Gelenksentzündung kann zu Schwellungen und Schmerzen in Bewegung und auch in Ruhe führen.
Sehnenverletzungen / Sehnenverschleiß
Es gibt zwei typische Arten von Sehnenverschleiß das Springer– und das Läuferknie.
Bei einem Springerknie (Jumper's knee) nutzt sich das Kniescheibenband (Patellasehne) ab. Dabei treten Schmerzen während und nach der Belastung unterhalb der Kniescheibe auf. Außerdem kann es zu Schwellungen kommen.
Beim Läuferknie (Runner's knee) sitzen die Schmerzen vorne und außen am Knie. Diese treten meistens beim Bergablaufen oder Treppenabsteigen auf. Typisch dabei ist auch ein eintretender Schmerz nach längeren Belastungen. Auch hier werden diese bei Ruhe weniger.
Beide Arten können i.d.R. durch gezieltes Training gut behandelt werden und nachhaltig verbessert werden.
Baker - Zyste
Bei der Baker – Zyste handelt es sich um eine Zyste, die in der Kniekehle liegt. Diese mit Flüssigkeit gefüllte Zyste, kann durch Bewegungsmangel oder einer vorangegangenen Erkrankung entstehen.
Fehlende Muskulatur oder Muskelverspannungen
Oft liegt keine Erkrankung vor. Stattdessen fehlt dem Knie die umliegende Muskulatur, um der alltäglichen Belastung standzuhalten. Die gute Nachricht ist, das lässt sich trainieren. Wie das geht, erfährst du im nächsten Abschnitt. Ebenfalls lässt sie überspannte Muskulatur dehnen und durch Faszientraining lösen, um den Druck aufs Knie zu verringern und so die Schmerzen zu lindern. Bei Schwellungen, Rötungen, Fieber, Knackgeräuschen oder Wärme am Knie, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Was kann man gegen Knieschmerzen tun?
Dies sind nur ein paar der möglichen Ursachen. Verbessern kann man seine Knieprobleme in den meisten Fällen mit gezieltem Krafttraining und Dehnübungen. Der Fokus liegt dabei auf der Oberschenkel- und Wadenmuskulatur. Die Beinbeuger, Beinstrecker und Adduktoren und Abduktoren sollten so gekräftigt werden, dass sie das Knie stabilisieren. So kann die Muskulatur andere Instabilitäten, wie Knorpel-/Meniskus- oder Bänderschäden, ausgleichen. Des Weiteren kann Faszientraining oder Dehnübungen für dieselbige Muskulatur und die Wadenmuskulatur sinnvoll sein, um die Beweglichkeit des Kniegelenks zu fördern und Spannungsschmerzen zu lindern. Einen großen Bereich des Trainings nimmt zusätzlich das Gleichgewichtstraining ein. Dies fördert die Tiefenmuskulatur, also die ganz kleinen Muskeln, die direkt am Gelenk liegen, und das Knie stabilisieren.
Was darf man nicht machen, wenn man Knieschmerzen hat?
Grundsätzlich gilt, in den meisten Fällen, gezielte Bewegung vor Ruhe. Ein gut abgestimmtes Verhältnis zwischen Belastungs- & Ruhephasen ist wichtig. Allerdings sollten schnelle Stopp- und Scherbewegungen erstmal vermieden werden und erst nach und nach wieder mit ins Training eingebunden werden, sofern Schmerzfreiheit besteht, damit die Strukturen für zukünftige Belastungen vorbereitet werden.
Wie genau dein individueller Trainingsplan aussehen sollte, zeigt dir dein Trainer in der Bechelte.
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